Aktuelle Empfehlungen zu Impfungen

(nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkomission (STIKO), Robert Koch-Institut, Berlin)

Liebe Patientinnen und Patienten,
da wir Impfungen grundsätzlich für sinnvoll halten, haben wir für Sie folgende aktuelle Informationen zusammengefaßt. Erstens bedeuten Impfungen Schutz für die einzelne Person. Zweitens können sie die Verbreitung von Infektionskrankheiten
stoppen. So konnten die Pocken ausgerottet werden. Zur Zeit laufen internationale Programme zur Ausrottung von Masern und Poliomyelitis (Kinderlähmung). Falls Sie Fragen haben, wenden Sie sich getrost an uns. Bitte bringen Sie dafür
die zur Verfügung stehenden Impfunterlagen mit.


A. Impfungen, die unabhängig von Reisen bedacht werden sollten

Grippeimpfungen (Influenza), Diphtherie, Hepatitis A (infektiöse Gelbsucht), Hepatitis B (infektiöse Gelbsucht) Masern, Mumps, Röteln, Pneumokokken (ein Erreger der bakt. Lungenentzündung), Poliomyelitis (Kinderlähmung), Tetanus (Wundstarrkrampf), Tollwut, Tuberkulose und Windpocken

Grippeimpfungen (Influenza)
Wer? Personen über 60, Patienten mit chronischen Krankheiten (Lunge, Herz, Kreislauf, Leber- und Nierenerkrankungen, Diabetes, chronische Infektionen), sowie Personen in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr und medizinisches Personal.
Wie? Jährliche Impfungen, vorzugsweise im Herbst (September bis Oktober) mit einem aktuellen Impfstoff der WHO.

Diphtherie
Wer? Alle Personen ohne ausreichenden Impfschutz, d.h. wenn die letze Impfung mehr als 10 Jahre zurück liegt oder noch gar nicht geimpft wurde.
Wie? In der Regel kombiniert mit Tetanus, 3 Impfungen zu Beginn, danach alle
10 Jahre.

Hepatitis A (infektiöse Gelbsucht)
Wer? Gefährdete Personen (Laborpersonal, Personal in Kindergärten o.ä., Kanalisationsmitarbeiter, homosexuell aktive Männer, Kontaktpersonen von Erkrankten).
Wie? 2 Impfungen zu Beginn, Auffrischung alle 10 Jahre, Kombination mit Hepatitis B möglich.

Hepatitis B (infektiöse Gelbsucht)
Wer? Alle Kinder/Jugendliche und gefährdete Personen (medizinisches Personal, Polizisten, Sozialarbeiter mit Kontakt zu Drogenabhängigen, Patienten mit chronischen Lebererkrankungen, Kontaktpersonen von Erkrankten, homosexuell aktive
Männer, Drogenabhängige, Prostituierte).
Wie? 3 Impfungen zu Beginn, Auffrischung nach Testergebnis, Kombination mit Hepatitis A möglich.

Masern
Wer? Alle ungeimpften Personen, die mit Kindern arbeiten.
Wie? Einmalig (in der Regel kombiniert mit Röteln und Mumps).

Mumps
Wer? Alle ungeimpften Personen, die mit Kindern arbeiten.
Wie? Einmalig (in der Regel mit Masern und Röteln kombiniert).

Röteln
Wer? Alle ungeimpften Personen, die mit Kindern arbeiten. Frauen mit Kinderwunsch und negativem Bluttest.
Wie? Einmalig (in der Regel mit Masern und Mumps kombiniert).
Kontra!! Nicht bei bestehender Schwangerschaft.

Pneumokokken (ein Erreger der bakt. Lungenentzündung)
Wer? Personen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge einer chronischen Krankheit, vor medikamentösen Therapien, die eine Abwehrschwäche bedingen.
Wie? Einmalig als Grundimpfung.

Poliomyelitis (Kinderlähmung)
Wer? Alle Personen mit unzureichendem Impfschutz. Auffrischung nicht generell empfohlen.
Wie? Früher "Schluckimpfung", heute gespritzt. 3 Impfungen zu Beginn, danach alle 10 Jahre.

Tetanus (Wundstarrkrampf)
Wer? Alle Personen mit unzureichenden Impfschutz.
Wie? In der Regel kombiniert mit Diphtherie, 3 Impfungen zu Beginn, danach alle 10 Jahre.

Tollwut
Wer? Tierärzte, Förster, Jäger, Umgang mit Wildtieren vorsorglich. Alle anderen Personen bei v.a. Infektion (Biss durch erkranktes Tier).
Wie? 3 Impfungen zu Beginn, jährliche Auffrischung.

Tuberkulose
Die Impfung wird derzeit nicht empfohlen.

Windpocken
Wer? Personen mit besonderer Gefährdung: Kinder mit Leukämie und deren Angehörigen, Kinder mit schwerer Neurodermitis, vor geplanter Organtransplantation.
Wie? Einmalige Impfung, bei Abwehrschwäche evtl. Auffrischung alle 2 Jahre.


B. Impfungen, die in Zusammenhang mit Reisen (besonders Fernreisen) bedacht werden sollten

Cholera, FSME ("Zeckenimpfung", Frühsommerhirnhautentzundung), Gelbfieber, Hepatits A (infektiöse Gelbsucht), Hepatitis B (infektiöse Gelbsucht), Meningokokken (Hirnhautentzündung), Poliomyelitis (Kinderlähmung) und Typhus.

Sehnsucht nach Sommer, Sonne und Strand drängt Gesundheitsvorsorge im Reiseland oftmals in den Hintergrund. Vor Reiseantritt sollte der Impfstatus geprüft werden. Bringen Sie bitte dafür die zur Verfügung stehenden Impfunterlagen mit. Möglichst genaue Angaben zum Reiseziel sind hilfreich. Unabhängig davon sollten je nach Ziel allgemeine Vorsichtsmaßnahmen befolgt werden.

Cholera
Nur noch in Ausnahmefällen auf Verlangen des Ziel- oder Transitlandes

FSME („Zeckenimpfung“, Frühsommerhirnhautentzündung)
Wer? Forstarbeiter, Reisende nach Süddeutschland, Österreich, Balkanländer u. ä.
Wie? 3 Impfungen zu Beginn, Auffrischung nach 3-5 Jahren

Gelbfieber
Wer? Reisende in gefährdete Ziel- oder Transitländer (tropisches Afrika und Südamerika) – zur Zeit für Einreise gefordert.
Wie? Einmalig, Auffrischung alle 10 Jahre.

Hepatits A (infektiöse Gelbsucht)
Wer? Reisende in Gebiete mit hohem Risiko (Tropen und Subtropen).
Wie? 2 Impfungen, Auffrischung alle 10 Jahre, Kombination mit Hepatitis B möglich.

Hepatitis B (infektiöse Gelbsucht)
Wer? Reisende in Gebiete mit hohem Risiko und engen Kontakten zur einheimischen Bevölkerung.
Wie? 3 Impfungen zu Beginn, Auffrischung nach Testergebnis, Kombination mit Hepatitis A möglich.

Meningokokken (Hirnhautentzündung)
Wer? Besonders gefährdete Personen, z. B. Entwicklungshelfer in entsprechenden Gebieten.
Wie? Einmalig zu Beginn, Auffrischung nach 5 Jahren.

Poliomyelitis (Kinderlähmung)
Wer? Reisende in Gebiete mit erhöhtem Risiko.
Wie? Früher „Schluckimpfung“, heute gespritzt. 3 mal zu Beginn, Auffrischung alle 10 Jahre.

Typhus
Wer? Reisende in Gebiete mit erhöhtem Risiko.
Wie? Dreimalige Schluckimpfung, nach Bedarf Wiederholung nach 9 Monaten.

Weitere Informationen finden Sie auch im Internet:
Zentrum für Reisemedizin www.crm.de
Reisemedizinische Beratung www.fit-for-travel.de



C. Allgemeine Impfreaktionen bzw. Impfnebenwirkungen

Harmlose Beschwerden durch die normale Körperreaktion treten gelegentlich auf (Prozentbereich). Sie haben keine Folgen (z.B. Rötung im Einstichbereich). Vorübergehende therapiebedürftige Erkrankungen sind relativ selten (Promillebereich
oder seltener). Sie haben keine Folgen (z.B. Abszeß im Einstichbereich). Dauerhafte therapiebedürftige Impfreaktionen sind extrem selten (z.B. Impfpoliomyelitis nach Impfung).

Mögliche Reaktionen an der Impfstelle
Rötung und Entzündung als Folge der Impfreaktion (dauern mehrere Tage), allergische
Reaktionen, Abszesse.

Mögliche, sehr seltene Körperreaktionen
Kollaps, allergischer Schock, Fieber, Ausschläge, rheumatische Beschwerden, Blutbildveränderungen, Krampfanfälle, Hirn- und Nervenentzündungen, Lähmungen.